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Seit Jahren ist der Zustrom von Asylbewerbern nach Deutschland rückläufig. Dies liegt einerseits sicherlich an einer sich in den letzten Jahren verschlechterten wirtschaftlichen Situation, die den Zustrom für „Wirtschaftsflüchtlinge“ stoppt, andererseits aber auch ein sich ständig verschärfenden Regelungen. Nur ein kleiner Teil der Asylbewerber wird anerkannt. Asylbewerberpolitik ist seit Jahrzehnten ein heißes Eisen der Politik. Man mag hierüber denken wie man will. Alle Asylbewerber – auch diejenigen, die abgelehnt werden, weil politische oder religiöse Verfolgung nicht gegeben ist – oder aber, dass sie ihre Heimat und Familie aus der Not heraus verlassen haben, um einen Neuanfang in einer besseren Umgebung zu versuchen. Alle haben häufig eine gefährliche Reise hinter sich gebracht und teilweise erhebliche Kosten, für die die ganze Familien sparen musste, aufgewendet, um die eigene Heimat zu verlassen. Bei der Ankunft in Deutschland erwartet sie dann eine vielfach nicht leichtere Situation. Sprache und kulturelles Umfeld sind häufig fremd. Die Abwicklung des Asylverfahrens überfordert viele. Das Land Schleswig-Holstein, aber auch die Kreise, halten Unterkünfte für Asylbewerber bereit. Der ASB betreut die Asylbewerber in der Gemeinschaftsunterkunft in Lübeck. In dieser Einrichtung werden alle nach Schleswig-Holstein einreisenden Asylbewerber in den ersten Wochen versorgt. Das Asylverfahren beginnt. Die Arbeit unserer Betreuer vor Ort besteht darin, geeigneten Aufenthaltsraum zur Verfügung zu stellen und für eine sachgerechte Unterbringung und Verpflegung zu sorgen und die Betreuten mit den notwendigsten, wie etwa Hygieneartikel kontinuierlich auszustatten. Darüber hinaus hält der ASB eine Vielzahl von Angeboten vor, die, je nach der momentanen Belegung unterschiedlich in Anspruch genommen werden. Hierzu zählen Internetanschluss, über den es möglich ist, Informationen aus der Heimat zu erhalten, ein Fitnessraum, aber auch eine Näh- oder Teestube. Gelegentlich, abhängig von den finanziellen Möglichkeiten, werden auch Ausflüge, wie etwa Stadtführungen in Lübeck, veranstaltet. In den Unterkünften selbst können die Asylbewerber teilweise gemeinnützige Arbeit verrichten, wie etwa bei der Reinigung der Unterkünfte selbst mithelfen. Für all diese Angebote besteht Gelegenheit, wenigstens einen Teil des Tages sinnvoll auszufüllen. Die Transparenz unserer Arbeit ist uns wichtig. Dies kommt unter anderem darin zum Ausdruck, dass der preisgekrönte Regisseur Fatih Akin die Unterkunft in Lübeck mehrfach besuchte und Schauplatz von Teilen seines neuen Filmes „Auf der anderen Seite“ auch die Asylbewerberunterkunft in Lübeck war. Ähnliches gilt in der Asylbewerberunterkunft des Kreises Stormarn, die der ASB in Bad Oldesloe betreut. In Lübeck werden etwa 400 Plätze und in Bad Oldesloe etwa 60 Plätze vorgehalten. Tatsächlich sind die Einrichtungen aktuell nur zu etwa 50 % belegt. In seiner Betreuungsarbeit an beiden Standorten ist es den Mitarbeitern des ASB gelungen, eine hohe Versorgungsqualität sicherzustellen, was auch darin zum Ausdruck kommt, dass beide Einrichtungen und ihre Bewohner gut in ihr Umfeld integriert sind und es hier zu unverhältnismäßig wenigen Auseinandersetzungen kommt. Übergriffe auf unsere Bewohner haben wir praktisch nicht erleben müssen. Wegen des nachlassenden Zustroms von Asylbewerbern ist die Existenz der Einrichtungen bereits kurz bis mittelfristig nicht gesichert. |